Der sanfte Schlaf und das Gift der Mutlosigkeit

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Der sanfte Schlaf und das Gift der
Mutlosigkeit

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Was ist Konsequenz?

Irgendwann kommt in jedem Unternehmen die Überzeugung, ausgetretene Pfade verlassen und neue Wege beschreiten zu müssen. Sei es, weil die Umsätze sinken, der Ge­winn zurück geht, neue Mitbewerber auf den Markt drängen, sich ein verschlech­ter­tes Umfeld bemerkbar macht oder weil man das Potential anderer Märkte erschließen möchte, ein neues Produkt gelauncht, ein hoffnungsvolles Projekt angestoßen werden soll. Immer dann redet man (auch) über Kommunikation. Ist die Positionierung noch die richtige? Wie konsistent ist unser Markenbild? Stimmt unser Markenkern? Wie klar ist unsere Markenstory, unsere Botschaft usw.?

Es geht also um Veränderung und um das Gegenteil.

Gewohnheit ist eine Macht und von einer Macht trennt man sich nur schwer. Dasselbe gilt für Routinen. Gewohnheiten abzulegen, Routinen zu begraben ist oftmals gleich­zu­setzen mit einer Art Verlust. Einen Verlust bewusst „in Kauf zu nehmen“ und einen bis dahin erfolgreichen Weg zu verlassen ist mit „tausend und einer Angst“ verbunden.

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Die Abschaffung der Selbstverständlichkeit

Deswegen ist das Beharren auf „dem was ist“ Teil des Veränderungsprozesses. Auch wenn solche Kräfte zu Beginn eines Veränderungsprozesses nicht existent zu sein scheinen. Wer dies übersieht, scheitert. Denn die Abschaffung der Selbst­ver­ständ­lichkeit geht einher mit dem Verlust von Sicherheit. Sicherheit ist Gewissheit und Gewissheit ist all zu oft ein sanfter Schlaf.

Überhaupt: Der Schlaf!

Schlafes Bruder ist der Traum, die Chaiselongue unseres Geistes. Da ist alles möglich und alles machbar. Aber aus dieser Komfortzone heraus über Veränderungen zu reden, Wege zu beschreiben, Ziele anzuvisieren und letztlich konkrete Dinge festzulegen kann nicht funktionieren. Aller Anfang ist Aufstehen und das Bewusstsein, die Liege gegen die Laufschuhe zu tauschen – für lange Zeit. Einen Veränderungsprozess anzustoßen heißt dem Unbequemen, der Unsicherheit mit der Gelassenheit einer Überzeugung zu begegnen.

Schlaf

Die Metamorphose des Löwen

Die Orte an denen neue Strategien entworfen, neue Wege vorgezeichnet und die dafür notwendigen Änderungen skizziert werden, heißen Workshops. Dort entstehen mit der Beherztheit hungriger Löwen vielversprechende Schaubilder. Das Beruhigende daran ist für viele das Papier auf dem Strategien und Theorien entwickelt werden. Denn Papier hat keinen Geduldsfaden. So wird aus einem hungrigen Löwen ein Kätzchen, das einem um die Beine streicht. Lästig vielleicht aber jedenfalls leicht zu verscheuchen.

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Buritans Esel

Und plötzlich wird eine entwickelte, vielversprechende Strategie zum simplen
„Preis­vergleich“. Was gebe ich auf, was bekomme ich dafür? Die Konturen der neuen erarbeiteten Ansätze verschwinden – je öfter der Blick in den Rückspiegel abschweift. Buritans Esel lässt grüßen: Ein Esel steht zwischen zwei gleich großen und gleich weit entfernten Heuhaufen. Er verhungert schließlich, weil er sich nicht entscheiden kann, welchen er zuerst fressen soll. Anders gesagt: Alles bleibt so wie es ist. Oder vielleicht doch nicht. Denn wenn alles „beim Alten bleibt“ hat man in Wirklichkeit den Rückwärtsgang eingelegt.

Veränderungen setzen Ängste und Unsicherheiten frei. Je gründlicher solche Prozesse überlegt und vorbereitet werden, je detaillierter mögliche „Stolpersteine“ berück­sich­­tigt werden, desto besser. Aber letztendlich ist die beste aller Unternehmertugenden gefragt: Konsequenz, die Mutter des Erfolges.

 

KR Hanno Schuster, April 2016